April, April!

Ostern fiel dieses Jahr auf Anfang April. Wieder ein “erstes Mal” für uns in Japan und wie schön, wenn der Tag der neuen Chancen durch Jesus mit dem Start einer neuen Season zusammenfällt.


27.04.2026 - Doro und Olli

Der April bringt in Japan viele Neuanfänge – auch für unsere Familie mit Schule, Kindergarten und neuem Alltag. Trotz kleiner Startschwierigkeiten haben sich alle gut eingelebt und wir erleben mehr Entlastung im Familienleben.


Der April ist schon ein paar Tage alt und doch ist es für uns ein besonderer Monat. Denn anders als in Deutschland beginnt hier “das Jahr” mit dem Frühling! Dieses Jahr fiel sogar Ostern in die erste April-Woche, was der Botschaft vom Kreuz, dem Geschenk des neuen Leben und dem Neuanfang auch für uns hier in diesem neuen Land noch mehr Tiefe gegeben hat.

Denn im April ist hier ganz natürlich schon ein Monat der Neuanfänge: Das neues Schuljahr startet, Kindergärten nehmen neue Kinder auf, die Uni beginnt und viele vorherige Absolventen beginnen einen neuen Job. Mit der Natur und von Kirschblüten begleitet, beginnt also auch hier viel Neues! So auch für uns!

Auch der Ostergottesdienst war zweisprachig: Japanisch-Englisch.


Schon Zweitklässler!

Samuel ist nach einem halben Jahr schon in die zweite Klasse gestartet. Er hatte ja im Oktober zum Halbjahr angefangen. Das ganze kam auch mit einer neuen Lehrerin und einer neuen Klasse einher. In Japan werden Schulklassen jedes Jahr neu gemischt, um feste Cliquen und Hierarchien zu vermeiden und eine ausgewogene Gruppendynamik zu schaffen. So sollen Schüler lernen, sich flexibel auf neue Menschen einzustellen und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Wir waren auf jeden Fall alle sehr aufgeregt. Obwohl er die Schule mag und gerne hingeht, waren die ersten Wochen in der neuen Klasse nicht ganz leicht. Gerade hatte er sich in die Klassengemeinschaft der ersten Klasse eingefunden und erste Freunde gefunden, jetzt ist wieder „alles neu“. Aber er macht sich trotzdem gut, lernt gerne Kanji und rechnet wie ein Weltmeister! Mit der neuen Lehrerin Frau Satō konnten wir schon sprechen, sie scheint genauso nett zu sein wie die bisherige Sensei und auch Samuel und seine Situation zu sehen und zu berücksichtigen. (Der Name Satō ist übrigens in Japan so geläufig wie „Müller“ in Deutschland. Wir sind also genau in der richtigen Klasse gelandet! ;) )

Neue Lehrerin, neuer Stundenplan: Hier steht im Voraus nur die Anzahl der Stunden fest, die Fächer wechseln von Woche zu Woche. Dieses Jahr neu: Die Extra Zeile für das neue Kanji, das an dem Tag geübt wird. Unten gibts noch weitere Infos für uns Eltern. Viel zu lesen und zu verstehen…

Kindergarten x 2

Bei Yaël gab es eine Zeremonie für alle Neuen. Da es am gleichen Tag los ging wie Aaron, haben wir uns aufgeteilt…

Doch auch für uns anderen kam einiges Neues! Sowohl Aaron als auch Yaël haben einen Platz in einem Kindergarten bekommen! Beide sind in einem „保育園“ (Hoikuen - Hoi-ku-en), das ist das japanische Äquivalent zu einer Kita. Hier sind eigentlich eher kleinere Kinder, bevor sie in den Kindergarten ab drei kommen. Doch manche Hoikuen haben auch Gruppen für ältere Kinder. Im Vergleich zum „regulären“ Kindergarten, dem „序遅延“ (Yōchien - Joo-tschi-en), ist der Hoikuen eher spielerisch ausgerichtet. Der Yōchien ist deutlich schulischer, mit Lehrplan, Lernzielen und sogar Kindergartenuniformen. Das ist in unseren Hoikuen deutlich entspannter!


Erster Tag für Aaron mit Mittagessen: typisch Japanisch mit vielen kleinen Schüsselchen für die unterschiedlichen Bestandteile Reis, Suppe, Gemüse und Fleisch.

In Aarons Hoikuen gab es leider keinen Platz mehr in der Gruppe der Zweijährigen, deshalb waren wir über einige Wochen noch auf der Suche nach einem Platz für Yaël. Nach etlichen Formularen, Mailverläufen, Telefonaten und Besichtigungen haben wir Ende März die kurzfristige Information bekommen, dass in einer Einrichtung noch ein Platz spontan frei wäre, ob wir Interesse hätten. Wir haben versucht alles so schnell wie möglich fertig zu bekommen, alle Unterlagen auszufüllen und vor allem alle Dinge zu besorgen, die ein Kind im japanischen Kindergarten braucht… Auch hier wird gerne alles(!!) mit Namen versehen: Wechselkleidung, Trinkflaschen, Decken für den Mittagsschlaf, Katastrophenschutz-Hauben für den Erdbebenfall. Unsere Taschen in den ersten Tagen waren groß und gut gefüllt.

Zum Glück gibt es große Taschen extra für Sachen für den Kindergarten. Yaël ist sehr stolz auf ihre “große Kinder”-Prinzessinnen-Tasche

Neuer Alltag…

Inzwischen gehört sowohl die zweite Klasse als auch der Kindergarten fest zu unserem Alltag. Die ersten „Ich mag heute nicht gehen!“-Diskussionen haben wir hinter uns. Alles in allem sind aber sowohl Aaron als auch Yael wirklich gut versorgt und es macht ihnen Spaß dort zu sein. Erst letzte Woche war Aaron mit seiner Gruppe im Gartencenter und hat Setzlinge für den Garten gekauft. Die Tage danach wollte er dann auf jeden Fall gehen, um zu schauen, wie es den Erdbeeren und Melonen wohl geht.
Aarons Gruppe hat bei sich auch zwei kleine Aquarien stehen, eins mit Kaulquappen, eins mit (noch) einer kleinen Garnele. Die Entwicklung der Tiere über die Tage und Wochen zu beobachten gehört damit für ihn jetzt zum Alltag dazu und gibt ihm nochmal einen ganz anderen Bezug zu den Tieren, die er so in den Parks und Bächen der Umgebung entdeckt.

Endlich auch Kindergartenkind!

Was die Sprache angeht, sind beide noch im „Aufsaug-Modus“, sowohl Aaron als auch Yaël sprechen noch nicht aktiv. Aber beide erzählen am Nachmittag sehr gern und ausführlich, was sie alles gemacht haben, welche Lieder sie gesungen haben und Aaron berichtet immer wieder von Wörtern, die er aufgeschnappt und gelernt hat.

Ramen zum Mittagessen, in einem Restaurant, wo wir zu fünft keinen Platz hätten. Die kleinen Momente tun gut im Alltag!

… neue Möglichkeiten

Für uns als Familie bedeutet dieser Neuanfang eine deutliche Entlastung im Alltag. Gerade für Doro kommt so auch der Wunsch nach einem regelmäßigen Japanisch-Kurs in erreichbare Nähe. Durch Selbststudium und den Alltag geht das Lernen zwar sehr stetig, aber auch sehr langsam voran. Ein Booster durch strukturieren Unterricht wäre da deutlich hilfreich. Ein gemeinsamer Kaffee am Vormittag, Mittagessen „nur zu zweit“, aber auch langweilige Behörden-Besuche ohne ungeduldige Kinder waren in den letzten Wochen  möglich. Das war für lange Zeit undenkbar! Auch für Dinge wie diesen Blog bekommen wir wieder mehr Kapazitäten. Wir freuen uns auf jeden Fall, euch auch weiterhin mitzunehmen in unser Leben und unseren Alltag hier.

Pakete sind und bleiben etwas besonders Schönes zum Auspacken! Große Freude bei allen!

Zum Abschluss noch ein herzliches Danke an alle, die uns unterstützen und an uns denken! Egal ob durch Gebete, Nachrichten, Spenden, Briefe oder sogar durch kleine Pakete (siehe Foto :)) - auch wenn wir weit weg sind von der Heimat, fühlen wir uns sehr getragen und mit euch verbunden. Vielen lieben Dank!

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Frühlingsduft und Neubeginn