Frühlingsduft und Neubeginn
Die Kirschblüten sind plötzlich aufgegangen! Lange im Geheimen gewachsen, kommen sie nun in voller Pracht!
Im März haben wir uns viele Gedanken um Yaels Einstieg in den Kindergarten gemacht und haben kurz vor Beginn des neuen Jahres eine Zusage bekommen. Auch das Ende des Schuljahres, Ferien und die definitive Entscheidung für Lifehouse Yokohama fiel in diese Wochen.
Wie geht’s nun weiter?
Im Februar haben wir viel „Außer-gewöhnliches“ erlebt und der Entlastung im Alltag durch einen Kindergartenplatz für Aaron gefunden. Der März stellte uns die Frage, wie unser Alltag mit Yaël weitergehen wird. Wird sie - bis sie im April ’27 auch in den regulären Kindergarten gehen kann - doch erst zuhause bleiben? Würden wir noch einen Platz für sie finden in einer Einrichtung für jüngere Kinder? Dadurch dass sie am Stichtag, 1. April, noch nicht drei ist, bleibt sie das komplette Jahr 2026/27 noch in der Klasse für Zweijährige, auch wenn sie wenige Wochen später Geburtstag hat. Es ging dabei nicht nur um die Frage eines Japanischkurses für Doro und mehr Entlastung im Alltag. Wir haben uns auch gefragt, was es für sie bedeuten würde, noch daheim zu sein, wenn dann plötzlich beide Jungs im Alltag mit viel mehr Japanisch umgeben sein würden? Sie sprach schon seit Sammys Einschulung davon, dass sie auch „los muss zur Schule“ und hat sich oft mit ihm am Morgen ready gemacht, um dann doch daheim bleiben zu „müssen“. Auch hat sie oft davon geredet, dass sie auch ein Kindergartenkind sein will und dass sie bald mit Aaron anfangen würde. Es fiel uns schwer, ihr immer wieder sagen zu müssen, dass wir für sie bisher noch keinen Platz haben.
Draußen am Strand sortieren sich die Gedanken neu. Die Kids sind happy mit Sand, Wellen und den Muscheln und Steinen, die sie finden
Zentrale Anmeldung
Für sie einen zu finden war gar nicht so einfach, denn das Prozedere dafür ist nicht ganz einfach. Es gibt eine zentrale Anmeldung im Rathaus, nicht jede Einrichtung nimmt einfach so Bewerbungen an. Wir haben dann auf dem Rathaus eine Liste von Einrichtungen bekommen, die noch freie Plätze hatten, und uns wurde gesagt, dass wir gerne jeweils vor Ort uns die Einrichtungen ansehen sollen. Danach sollten wir eine Bewerbung mit unseren Favoriten ans Rathaus schicken, sie würden uns dann einer Einrichtung zuteilen, die noch Platz hat. Dieses System soll die Verteilung möglichst zentral steuern.
Mit der Liste an der Hand folgten viele Telefonate, e-Mails und Besuche von etlichen Einrichtungen. Bei den meisten hatten wir einen guten Eindruck, auch was die Kommunikation mit uns als Eltern angeht. Viele sind sehr modern aufgestellt und nutzen bspw. Apps für die Kommunikation. Es gab aber auch Einrichtungen, die noch komplett auf handschriftliche Mitteilungen setzen. Dort war uns schnell klar, dass das - mit unseren aktuellen Japanischkenntnissen - nicht wirklich praktikabel sein würde.
Auch Yaël hat sich tapfer eine Einrichtung nach der anderen angeschaut.
Quasi zwei Jobs
Olli hat also - zusätzlich zur Arbeit - immer wieder Termine mit Yaël wahrgenommen. Manchmal konnte Doro auch mit dabei sein, manchmal waren nur ein Elternteil plus Kind erwünscht. Da aber in allen von uns besuchten Einrichtungen nur Japanisch gesprochen wurde, konnte Doro nur als Begleitung dabei sein und keine Termine ohne Begleitung wahrnehmen. Zusätzlich haben wir als Eltern uns gefragt, welche Einrichtungen zu uns und Yaël passen würden. Welche Entfernungen und Routen wären im Alltag praktisch? Was würde uns viel Aufwand sein und was wäre leicht?
Oft konnten uns die Einrichtungen beim Besuch keine Zusage geben, ob wir einen Platz bekommen könnten. Deshalb waren wir sehr lange im Unklaren, wie es weitergeht. Es war dann schon die letzte März-Woche, als wir den Anruf einer Leiterin bekamen, dass zwar nicht in ihrem Standort, aber an einem anderen, nur wenig weiter weg, kurzfristig ein Platz frei wäre. Ob wir den gerne nehmen würden?
Eins der Dinge, die wir für Yaël besorgen mussten: Eine Katastrophenschutz-Haube. Regelmäßig werden sie dazu im Kindergarten Übungen machen.
Vorbereitung im Schnelldurchlauf
Es war dann wirklich ein verrückter Zeitplan: Denn neben der kurzfristigen Zusage hatten wir auch ein paar Tage Urlaub geplant, um Sammys Schuljahresende zu würdigen und die kurzen Ferien zwischen den Schuljahren zu nutzen. Es war also für die Vorbereitung und Erledigungen gar nicht so viel Zeit. Glücklicherweise hatten wir durch die Einkäufe für Aaron schon einen Überblick darüber in welchen Läden wir welche Sachen bekommen. Plötzlich waren wir in der glücklichen Situation, dass wir doch für beide Kinder Kleidung beschriften, Trinkbecher und Flaschen besorgen, Decken für den Mittagsschlaf bereitstellen und Taschen vorbereiten, damit all diese Dinge in die Einrichtung kommen.
Auf Schuljahresende, Zeugnis und zwei Kindergartenplätze anstoßen.
Unser “Hafen”
Neben all den Vorbereitungen und dem kleinen Urlaub trieb uns auch immer noch die Frage um, in welchem Standort unserer Kirche wir nun wirklich „ankommen“ würden. Tokyo ist größer und durch die Größe besser organisiert. Wir hätten mehr Kontakt mit den Hauptleitern und mehr Ansprechpartner für Fragen. Yokohama ist allerdings deutlich näher an unserem Zuhause, d.h. wir können auch viel leichter Freunde und Bekannte einladen. Der Standort ist aber noch viel kleiner, organisiert eher wie ein Start-up und damit in manchen Bereichen nicht ganz so klar und „aufgeräumt“. Ende März war dann die Lifehouse Conference und wir konnten beide jeweils an einem Tag dort sein. In den Tagen dort wurde uns klar, dass wir uns für Yokohama entscheiden würden: Die Nähe zu unserem Zuhause war im Endeffekt ausschlaggebend: Es soll keine Bürde für die Kinder werden, jeden Sonntag mindestens drei Stunden im Zug zu verbringen, der Weg nach Yokohama ist deutlich kürzer. Auch haben wir gemerkt, dass in Yokohama unser „Dabei Sein“ viel größeren Impact haben würde, auch wenn wir im Moment immer noch im Kennenlernen und Ankommen sind. Die Kinder finden sich nach und nach dort in die Kinderbetreuung ein, dadurch dass es kleiner ist, kennen sie schon einige Betreuer besser. Das macht es für sie leichter, wirklich anzukommen, auch wenn die Sprache noch ein bisschen im Weg steht.
Wir sind froh, endlich diese Entscheidung getroffen zu haben. Nach Tokyo werden wir trotzdem immer wieder kommen, aber unser Alltag und unser Kirchenzuhause wird in Yokohama sein.
Ende März war die jährliche Konferenz, bei der alle Lifehouse Campus zusammenkommen. Dort konnten wir wertvolle Impulse mitnehmen und die Entscheidung für “unseren” Standort in Yokohama treffen.