Hier und Dort
Im Juli ging die große Reise los. Die Vorfreude auf bekannte Gesichter bei uns allen war riesig.
31.07.2026 - Doro und Olli
Zwischen Abschied und großer Vorfreude machten wir uns auf den Weg nach Deutschland, wo uns neben Jetlag und Camper-Abenteuer vor allem viele vertraute Menschen und Freundschaften erwarteten. Diese kostbare Zeit haben wir bis oben hin vollgepackt mit Momenten und Erlebnissen, die bald zu schönen Erinnerungen werden dürfen.
Unsere Vorfreude auf Deutschland steigerte sich in den folgenden Wochen immer weiter. Auch Besuche und Pakete aus Deutschland trugen dazu bei, dass sie immer größer wurde. Ein guter Freund aus München brachte nochmal einen ganzen Koffer voller Spielsachen, die die Kinder schon sehr lange vermisst hatten. Dadurch, dass es mit dem Versenden unserer eigentlich gut gepackten Pakete aus Deutschland immer wieder Probleme gab, hatten wir es aufgegeben, darauf zu vertrauen, dass alle gut ankommen und bei Doros Eltern Bescheid gegeben, dass erst mal nichts mehr über den Postweg kommen soll. Umso größer dann die Freude und Erleichterung, dass in so einem Koffer ja auch vieles Platz hat. Wir waren alle gespannt, ob die große Playmobil-Sammlung an Einsatzfahrzeugen die Überfahrt nach Japan gut schafft. So war es wie Weihnachten im Sommer, als alles ausgepackt und zusammengebaut werden konnte.
Doch auch wir haben Koffer gepackt und unser Zuhause bereit gemacht, ein paar Wochen ohne uns auszukommen. Durch die zu erwartende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit haben wir uns einige Gedanken gemacht, wie wir alles gut „sommerfest" machen können. Es ergab sich dann, dass die Familie einer Freundin zumindest für ein paar Tage da sein konnte, d.h. es wurde gelüftet und unsere Blumen im Garten haben auch ein bisschen Pflege bekommen.
Um am Reisetag nicht alle vollen Koffer die ganze Strecke bis zum Flughafen selbst transportieren zu müssen, haben wir einen Teil davon schon zwei Tage vorher per Gepäckservice an den Flughafen geschickt. Das hat uns einige Nerven gekostet, da es im ausführenden Convenience Store einige Hürden gab, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Außerdem hatten wir nicht bedacht, dass wir noch genug Gepäck hatten, das wir durch die sommerliche Hitze von ca. 32 Grad und ca. 80%ige Luftfeuchtigkeit schieben mussten. Wir kamen also schweißgebadet am Flughafen an. Eine Lektion haben wir damit aber auch gelernt: Nicht nur die Gepäckstücke bedenken, sondern auch den Weg, der dann trotzdem noch bleibt.
In Kindergarten und Schule waren alle informiert und wir haben uns mit gemischten Gefühlen verabschiedet. Einerseits große Vorfreude auf die Zeit und Erlebnisse mit unseren Familien und Freunden in Deutschland, andererseits haben wir gemerkt, dass uns die Menschen hier vor Ort sehr ans Herz gewachsen sind und es sich sehr komisch anfühlte, ihnen dieses so lang andauernde „bis bald!“ zu sagen. Vielleicht lag das auch daran, dass es hier sehr ungewöhnlich ist, fünf Wochen unterwegs zu sein. Fairerweise muss man sagen, dass es für Olli nicht fünf Wochen Urlaub waren, sondern er nur einen Teil der Zeit frei bekommen hatte. Es war also nicht nur Urlaub, sondern auch Arbeitszeit an einem anderen Ort und Möglichkeit die deutschen Kollegen zu treffen.
Unsere Flüge nach München liefen gut, den ersten, kürzeren durften vor allem die Jungs das Entertainment System des Fliegers voll ausprobieren und auch Gebrauch machen vom mit Videos vollgeladenen Tablet. Das führte zwar dazu, dass sie dann bei später Ortszeit in Vietnam für den Umstieg immer müder wurden, doch gleichzeitig war das unser Glück: Die Absprache, dass der längere Flug jetzt dann wirklich fürs Schlafen genutzt werden sollte, leuchtete allen ein. Elly und Aaron hatten beide dann schon vor dem Take-off die Augen zu.
In München angekommen erwartete uns schon ein großes Empfangskommittee, das uns zuerst in die Winzererstraße brachte, um dort Ollis Geburtstag mit einem Frühstücks-Buffet im Hof zu feiern. Es war richtig schön, die Ruhe des Hofs genießen zu können und gleichzeitig zu sehen, wie weit die Umgestaltung in dem Jahr schon gekommen war! Für alle, die jetzt dort wohnen, ist es inzwischen noch schöner als früher!!
Um für unsere ersten Tage in München fahrbaren Untersatz und „Wohnung“ gleichzeitig zu haben, hatten wir - auch auf Wunsch der Kinder - einen Camper reserviert. Den haben wir auch dann gleich abgeholt und sind zu unserem ersten Ausflug aufgebrochen: Das Seebad in Starnberg, absolutes Lieblings-Schwimmbad der ganzen Familie… Eine kleine Überraschung wartete auch dort: gute Freunde warteten dort schon auf uns dort, damit wir auch hier ein bisschen Geburtstag feiern konnten. Abends waren wir dann wirklich müde, vom Jetlag aber auch den vielen Eindrücken des Tages. Welch Glück wir haben, dass wir beim dann aufziehenden Gewitter nicht im Camper schlafen „mussten“, sondern die Wohnung eines Freundes als „Base“ nutzen konnten, der in der Zeit selbst im Urlaub war.
Eine Sache haben wir schon in diesen ersten Stunden „zurück“ gemerkt und realisiert: Auch wenn wir nicht immer am gleichen Ort sein können, haben wir doch so viele gute Menschen, die uns Gutes tun. Das zu sehen und zu spüren, war eine Wohltat für uns, nach dem Jahr, das wir ohne diese langjährigen Beziehungen auskommen mussten.
Die nächsten Tage in München gingen wild weiter: Wir nutzten die Tage, um all die Menschen zu sehen, die dann später selbst im Urlaub sein würden. Es war bitter-süß. Einerseits die Freude über das Wiedersehen und die gemeinsame Zeit, andererseits auch den Beigeschmack, zu wissen, dass es bei diesem einen Treffen bleiben würde. Nicht nur für uns waren diese Tage extrem wertvoll, auch die Kinder haben es so genossen, wieder ihre Spielkameraden von „früher“ treffen zu können. Es war so schön zu sehen, dass es für sie so leicht war, an ihren Freundschaften anzuknüpfen. Es war wie wenn sie sich erst letzte Woche gesehen hätten und nicht ein Jahr zwischen ihrem Wiedersehen lag.
Nach einer sehr intensiven Woche wurden wir dann von Doros Mama mit all unseren sieben Sachen abgeholt, damit wir auch Zeit bei den Großeltern und Familien verbringen konnten.